Nachdem ich schon 32 Jahre lebe, habe ich festgestellt, dass Musik motiviert. Leider ja auch Soldaten der US-Army. Mich allerdings auf eine andere Art. Ich kann dann plötzlich auswendig lernen, Konzepte schreiben oder mich auf Aufgaben vorbereiten. Manchmal hilft sie mir auch Herzschmerz erträglich zumachen. Man sollte wissen, das ich eine musikalische Null bin. Blockflöte bis zur 2.Klasse, mehr nicht.
Als ich 14 war strömten alle aus meiner Klasse in die Tanzschule, nur mein bester Kumpel und ich fanden das Tanzen nur etwas für Weicheier sei. Ich blieb dem Fußball treu und probierte es etwas später auch mal mit Kickboxen. Mein Kumpel fing damit an Sexartikel auf dem Schulhof zu verticken. Wir taten Sachen die wir als eindeutig heterosexuell einstuften und nicht so schwul fanden wie tanzen. So einfach war es. Komisch, dass wir beide unterschiedliche Berufe erlernten, die jedoch beide überwiegend von Frauen ausgeübt werden.
Das mit dem Schwul sein hat mich später dann doch interessiert und ich habe es dann einfach mal auf direktem Weg ausprobiert, weil es mich ärgern würde kurz vor meinem Tot feststellen zu müssen, dass ich vielleicht so Einiges verpasst habe. Das Küssen war schon blöd, den Rest erspare ich mir hier niederzuschreiben. Jetzt weis ich das ich nichts verpasst habe. Diese Erkenntnis hilft mir weiter. Ich wäre gern Schwul oder zumindest ein wenig Bi, aber bin nur ein langweiliger Hetero. Das ist wie beim Popstar Casting, wenn die Untalentiertesten Stars sein möchten.
Als ich letzten Sonntag mit Mel und Janett pokerte und verlor, musste ich reimen und singen. Nachdem ich lange über einen schönen Reim nachgedacht hatte, der Poesie und Romantik vereinigen sollte, zeigte mein Gehirn folgenden Zeilen den Weg in die demokratische Freiheit: „ Ich denk an Große Titten und fass mir an die Fritten.“
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