Samstag, 24. Februar 2007

Vom S-Bhf. Landsbergerallee nach Jungfernheide.

Als ich heute auf den Bahnhof stand und auf die Ring Bahn wartete, musste ich beobachten wie eine Frau Ihren Beagel anschrie. Dabei sabberte er friedlich über den Bahnsteig. Das ist ein typisches Verhalten dieser Rasse. Ich hatte selbst mal einen und der schlich nicht nur, mit seiner Nase auf dem Beton klebend, über die Bürgersteige Berlins, um vielleicht ein Stück alten Döner aufzuspüren, sondern biss alten Menschen unter ständigen rütteln in ihre Krücken oder klaute Kleinen Kindern köstliche Brötchen aus ihren zarten Händen. Das war nicht nett, war es wirklich nicht ABER lustig.Oft unterhielt ich mich mit Leuten über diesen verrückten Beagel. Zur Hundeschule riet man mir immer. Aber warum sollte ich die Welt ein Stück trauriger machen.

Ich wartete noch immer auf die Ringbahn als mich eine Lautsprecheransage einer BVG Angestellten aus meinen Gedanken riss. Nicht der Inhalt irritierte mich sondern der Klang ihrer Stimme. Es war eine Mischung auf Bugs Bunny und Joseph Goebbels der zum totalen Krieg aufrief. Verwundert drehte ich mich zum BVG-Häuschen und sah eine attraktive Frau die sich nach Ihrer Fahrgastinformation, sexy Ihre schulterlangen, brünetten Haare hinter die Ohren strich.

Ich stieg in die S-Bahn und lauschte einem Gespräch zweier jungen Frauen. Sie sahen nicht schlecht aus. Aber wie ich den Gespräch entnahm war der Mitteleuropäer nicht ihr Typ. Sie schwärmten viel mehr vom Asiatischen Männertypus. Ich dachte zunächst an Bollywood aber diese beiden Frau wurden präzise, es sollte eher der vietnamnesisch chinesische Traummann sein. Ich kenne einige Frauen aber ich habe noch nie, nicht mal im Ansatz, eine weibliche Person sagen hören, dass sie den asiatischen Mann ein wenig attraktiv findet. Ich gönne es den Asiaten genauso wie Afrikanern oder Nordeuropäern, so ist es ja nicht aber mein Gehirn musste sich erst einmal an diesen Gedankengang gewöhnen.
Jetzt habe ich diese Vorstellung, das im 11.OG einer Marzahner Platte eine wunderschöne Frau, jeden Morgen aus Ihrem Küchenfenster schaut um den viatnamnesichen Zigarettenverkäufer vorm Lidel oder Plus anzuschmachten. Er ahnt nichts von seinem Glück. Für ihm geht täglich die Sonne auf und wieder unter, mehr nicht. Für sie auch. Ein Drama oder anders gesagt sie wären Romeo und Julia.

An diesem Morgen passte nichts in das Bild einer gläsernen und durchschauenden Gesellschaft. Jedenfalls nicht in meins.

Sonntag, 11. Februar 2007

Eine kleine WM

Da ich gegenwärtig nichts erlebe, schaue ich in das vergangene Jahr 2006 zurück.
Es fand ja nicht nur diese mitreißende Fußball WM, mit Ihrer parallel dazu öden Fanmeile statt, sondern auch die Theken Mannschaft „Barnys“ veranstalteten ihr jährliches Fußballturnier. Rainer und ich stellten zu diesem Anlass ein eigenes Team zusammen. Ich wollte ein gutes Turnier spielen und das Finale erreichen. Rainer nicht unbedingt. Eigentlich war ihm das völlig wurscht., dabei hatte er gerade mit dem kiffen aufgehört. Manchmal hasse ich mich für meinen Ehrgeiz und liebe Rainer für seine coole Art damit umzugehen. Aber in diesem Fall wollte ich gewinnen.
Ich holte Rainer und Nick vom U-Bahnhof ab. Am Sportplatz trafen wir unsere Mitspieler die wir teilweise kaum oder gar nicht kannten. Mein Cousin hatte noch drei weitere Spieler aufgetrieben, mit denen ich das Unternehmen Titelgewinn in Angriff nehmen wollte. Super Spieler sollten das sein. Leider hatten wir keinen Masterplan.
Im ersten Spiel waren wir spielerisch unterlegen, erkämpften uns aber immerhin ein 0:0. Im zweiten waren wir teilweise überlegen, kassierten aber nach 2 Minuten unseren ersten Gegentreffen. Vorweg war ein Foulspiel im Strafraum gegangen. Unser Torwart hatte dabei meinen pomadigen Rückpass falsch interpretiert und traf zu Guter letzt nicht den Ball, sondern den Gegner am Schienbein. Der gefaulte sprang wie ein Ninja auf und rannte wie ein wildes Erdhörnchen auf unseren Torwart zu und drohte ihm: „Ich ficke dich“, danach ließ er sich theatralisch fallen und hielt sich mit schmerzverzehrtem Gesicht sein Knie. Sein Knie? Er wurde doch am Schienbein verwundet. Der Elfer ging rein und der Gegner jubelte weltmeisterlich. Denn dieser war nicht mit 6 Spieler, wie wir angereist, sonder mit ungelogen 32 Feldspielern plus zwei Torhütern. Dazu muss man wissen, dass auf Kleinfeld 5 gegen 5 plus Torwart gespielt wurde. Das Spiel endete 2:0 für den FC Boquitos.
Nach dem Spiel lehnten wir uns an den einen Maschendrahtzaun und beobachteten die anderen Mannschaften. Ein Spieler aus dem bereits erwähnten Team lief mit einer Portion Pommes rot/weis an uns vorbei. Wenig später hörten wir Fritten zu Boden fallen und: „Ich mach dich alle“. Ein harmlos wirkender Typ hatte vermutlich versehentlich den Pommesträger leicht touchiert, sodass sein Essen der Schwerkraft folgte. In wenigen Sekunden hatte sich eine riesige Traube um die beiden Protagonisten gebildet. Der Verursacher war in den Augen der Boquitos nicht nur ein Provokateur sondern auch ein Nazi, der es schon die ganze Zeit darauf angelegt hatte, sich alleine mit 34 Mann anzulegen. Die Turnierleitung war schnell zur Stelle und konnte den Konflikt entschärfen, denn von diesem Wettkampf wollte niemand frühzeitig ausgeschlossen werden.
Wir mussten unser drittes Spiel gewinnen, um nicht in die Zweite Liga abzusteigen. Die ersten beiden Mannschaften einer Gruppe kamen in die Erste der Dritte und Vierte in die zweite Liga.
Wir spielten gut mit und ich konnte eine von vielen Tormöglichkeiten zum 1:1 nutzen. Es blieb jedoch dabei und wir wurden der zweiten Liga zugeteilt. Und das war auch gut so, auch wenn wir das Finale nun nicht mehr erreichen konnten. Rainer hatte recht behalten, das es völlig wurscht war ob wir das Finale ereichten oder nicht. Denn die Spiele in der Loserstaffel brachten endlich den erhofften Spass . Am Ende des Turniers wurden wir 18. von 24 Mannschaften. Die Boquitos belegten doch tatsächlich den ersten Platz.

Freitag, 9. Februar 2007

Musik und Poesie

Nachdem ich schon 32 Jahre lebe, habe ich festgestellt, dass Musik motiviert. Leider ja auch Soldaten der US-Army. Mich allerdings auf eine andere Art. Ich kann dann plötzlich auswendig lernen, Konzepte schreiben oder mich auf Aufgaben vorbereiten. Manchmal hilft sie mir auch Herzschmerz erträglich zumachen. Man sollte wissen, das ich eine musikalische Null bin. Blockflöte bis zur 2.Klasse, mehr nicht.
Als ich 14 war strömten alle aus meiner Klasse in die Tanzschule, nur mein bester Kumpel und ich fanden das Tanzen nur etwas für Weicheier sei. Ich blieb dem Fußball treu und probierte es etwas später auch mal mit Kickboxen. Mein Kumpel fing damit an Sexartikel auf dem Schulhof zu verticken. Wir taten Sachen die wir als eindeutig heterosexuell einstuften und nicht so schwul fanden wie tanzen. So einfach war es. Komisch, dass wir beide unterschiedliche Berufe erlernten, die jedoch beide überwiegend von Frauen ausgeübt werden.
Das mit dem Schwul sein hat mich später dann doch interessiert und ich habe es dann einfach mal auf direktem Weg ausprobiert, weil es mich ärgern würde kurz vor meinem Tot feststellen zu müssen, dass ich vielleicht so Einiges verpasst habe. Das Küssen war schon blöd, den Rest erspare ich mir hier niederzuschreiben. Jetzt weis ich das ich nichts verpasst habe. Diese Erkenntnis hilft mir weiter. Ich wäre gern Schwul oder zumindest ein wenig Bi, aber bin nur ein langweiliger Hetero. Das ist wie beim Popstar Casting, wenn die Untalentiertesten Stars sein möchten.

Als ich letzten Sonntag mit Mel und Janett pokerte und verlor, musste ich reimen und singen. Nachdem ich lange über einen schönen Reim nachgedacht hatte, der Poesie und Romantik vereinigen sollte, zeigte mein Gehirn folgenden Zeilen den Weg in die demokratische Freiheit: „ Ich denk an Große Titten und fass mir an die Fritten.“