Samstag, 27. Januar 2007

Akte01 das A-Team

Akte 01

Der Abend fing gut an. Jukka hatte Bier aus Finnland mitgebracht, Rainer Kiffe vom Dealer und Dennis die versprochenen Zigaretten aus Polen. Am meisten aber, freute ich mich über mich selbst. Da war eine leichte Vorfreude, einziehen im Genick, der Schalk im Nacken. Der Abend breitete sich vor mir aus. Die Nacht und deren Fluten sollten sich über meinen Kopf schließen. Ich wollte in ihnen ertrinken. So viel schien mir sicher und darauf freute ich mich. Proll wollte ich sein dürfen. Fein hatte ich mich hierzu herausgeputzt. Mein neues Puda Madre T-Shirt saß straff und sexy an meinem Oberkörper und meine Jeans locker auf der Hüfte. Geilen Frauen hinterher schauen und mir vorstellen, wie Ihre Titten beim Sex mit mir beben, dass war meine vorrangige Intention. Jeder Mann braucht das hin und wieder, genau so wie Pornofilme. Gerne schaue ich mir dieses simple herumvögeln an, das entspannt mich total und befriedigt mich. Bloß keine Tiefe in Pornos, das ist eine Vergewaltigung am Thema selbst. Zuhause habe ich jede Menge schmutzige Filme. Irgendwann werde ich sie sortieren und einem Ehrenplatz im Bücherregal frei räumen. Die meisten meiner Filme stehen dann wohl unter A.A wie Anal. Ich mag es, nicht immer, aber öfters. Auf den Geschmack bin ich durch einen One – Night - Stand gekommen. Leider ist ansonsten von der Frau nicht viel geblieben. Sie zog nachdem wir einige Male miteinander geschlafen hatten zu Ihren Freund in die Nähe von Rostock. Ich hatte danach noch mit zwei weiteren Frauen Anal – Sex, aber das war nicht so der Bringer. Daran musste ich auch denken als wir vor der Scheune standen in der sich eine heimliche Szeneparty angesagt hatte. Wir waren in der Nähe von Eisenhüttenstadt und Szene war genau das Richtige für uns, die überhaupt nicht zur ausgewählten Club Elite zählten. Leider sah dies der Türsteher im feinen Zwirn genau so. Ich fand es schade wegen den vielen schönen Frauen. Die Anderen aber nicht und so sind wir dann gleich weiter. Schließlich fanden wir ein gutes Angebot einer Kneipe, mit einem Raum für Festlichkeiten vor. „15Euro zahlen und Trinken und Essen vom Buffee for free.“ Das gefiel uns, weil unser Bier ja nun schon verbraucht war und Kiffe mich grundsätzlich hungrig macht. Als wir den Raum betraten viel mir als erstes auf, dass die Tische in Hufeisenform zusammen geschoben und fast alle Stühle besetzt waren, aber dafür war es relativ ruhig. Wir drückten uns an zahlreichen Leuten vorbei. Rainer sollte mir später berichten, das er bereits dort die misstrauischen auf uns fixierten Blicke vernommen hatte. Wir fanden vier freie Stühle und ließen uns nieder. Neben mir saß die einzige Frau. Sie hatte kurze Haare und das eiserne Kreuz, welches von Ihrem Nacken zu mir herüberschaute, trug den Satz: „Klagt nicht Kämpft." Da hätten ihre Brüste noch so schön geformt sein können, (waren sie sowieso nicht). Ich hätte niemals an sie denken mögen, auch wenn sie durch Vibrationen geplatzt wären. Dennis stieß mich an und als er das tat wurde mir bewusst , das wir in eine Nazi Veranstaltung hinein geraten waren. Jukka hatte ein ganz anderes Problem, denn das Buffee stellte sich als ein paar mit Salami und Käse belegte Schrippen heraus, die auf billigen Plastiktabletts über die Tische gereicht wurden. Jukka definierte es lautstark als "Witz" und weiter als "Abzocke". In sicherer Entfernung, mir aber gegenüber saß wohl der Freund der Nazibraut. Jedenfalls starrte er mich ununterbrochen an und machte regelmäßig Andeutungen mit seinen Kopf. Es waren ruckartige Bewegungen – Luftkopfnuss ? Ich musste auf Klo, denn zumindest das Bier hatte man uns nach Jukkas Protest auf den Tisch geknallt. Ich zwängte mich an den Kahlköpfen und einigen älteren Herrschaften vorbei und hatte den Eindruck das keiner sich bemühen wollte, mir etwas mehr Platz zumachen, als unbedingt notwendig. Vielmehr rückten einige zurück und klemmten mich zwischen Stuhl und Wand ein. Ich entschied mich für die Frauentoilette, da die einzige Frau an ihrem Platz saß und ich Konfrontationen auf dem Männer WC vermeiden wollte. Ich schloss die Tür und setzte mich auf ein verdrecktes Klo und las eine Zeile auf der Türinnenseite: „Orgasmus Probleme?, dann ruf mich an....alle bevorzugt". Ich hörte Männerstimmen näher kommen. Blitzartig zog ich meine Hose hoch klappte den Klodeckel runter und hockte mich, wie in Mafia Filmen auf diesen. Die Männerstimmen probierten zu flüstern, was Ihnen jedoch nicht gelang und einer von Beiden sagte, das es ihm hier reiche und das Jaimi’s finnischer Freund jetzt auch noch die Nazibande fragen wollte, welches Problem sie mit uns haben. Ich öffnete die Tür und sah Dennis, vor Rainer wild gestikulieren - Rainer nickte. Sie erschraken nicht, als sie mich sahen.
Rainer rief seine Freundin an mit der Order, ihr Auto schleunigst vorzufahren nicht auszusteigen, aber den Motor weiter laufen zulassen und uns nur über Handy zuinformieren. Jukka wollten wir trotzdem nicht im Stich lassen. Als wir in den Raum zurückkamen sahen wir, wie sich zwei Glatzen vor dem sitzenden und am Bier nippenden Jukka aufgebaut hatten. Sie teilten uns mit, das sie mit uns tanzen wollten. Den Begriff kannte ich in diesem Zusammenhang noch nicht, wusste aber was gemeint war. Jukka hatte anscheinend nichts dagegen, bestand aber darauf sein Bier in aller Ruhe austrinken zu dürfen. Still und steif setzten wir uns auf unsere Plätze zurück. Dann klingelte das Handy und wir sprangen alle gemeinsam auf und über die Tische hinweg, bevor das Nazikollektiv reagieren konnte. Unterwegs zum Eingang meinte Jukka doch glatt noch: „Mach kein stress". Doch das Auto wartete. Wie das A-Team sprangen wir hinein und entfahlen eine deutige Geschwindigkeitsüberschreitung.



Am Montag darauf begegnete mir in der S-Bahn schon wieder ein Nazi. Er kam mit seinem Rollstuhl herein gerollt stellte seine verschlusslose Cola Flasche neben sich ab. Als die Bahn ansetze, kippte diese und verteilte ihren Inhalt flussartig im ganzen Waggong." Sieg Heil...Sieg Heil..." rief er, bevor er die Flasche wieder hinstellte und weiter: "Du scheiss Ding das machst du nicht nochmal, du dreckige Fotze" meckerte er lautstark den Übeltäter „Cola“ an.
Leute gibt es.

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